Der Regendiamant

Diese Geschichte schrieb ich mit 10 Jahren. Damals war ich ein Fan von Redwall, einer Buchreihe von Brian Jacques. Folgende Figuren und Orte habe ich nicht selbst erfunden: Abt Mordalfus, Slagar, Cluny, die Abtei von Redwall und Martin der Krieger. Der Anfang war vorgegeben.

Lisbon, Portugal
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Als über Nacht noch immer kein einziger Regentropfen gefallen war, draußen aber hier und da schon wieder Seerosen verstreut lagen, hielt es der kleine Junge nicht länger aus.

„Jetzt reicht’ s!“, rief er, packte die Himmelsleiter und stieg hinauf, höher und höher. Bald schon hörte er lautes Quacken.

„Das muss der Wolkensee sein“, dachte er und beeilte sich.

Oben angekommen stand Peter (so hieß nämlich der Junge) unter Wasser. Zuerst begriff Peter überhaupt nichts mehr. Er fühlte sich wie in einer überdimensionalen Badewanne.

Als aber ein Frosch zu ihm geschwommen kam, verlor er ganz das Bewusstsein. Dieser Frosch war kein gewöhnlicher Frosch. Er war auch riesengroß. Er schleppte Peter an das Ufer des großen Sees. Da kam Peter wieder zu sich.

„Wo bin ich hier?“, fragte er.

„Im Garten vom Abt“, sagte der Frosch.

„Wer ist der Abt?“, kam die Frage von Peter.

Der Frosch fragte erstaunt: „Du kennst nicht Abt Mordalfus?“

„Doch“, sagte Peter.

„Na eben“, sagte der Frosch.

„Warum regnet es nicht mehr?“, wollte Peter wissen.

„Weil Slagar und Cluny mit ihrer verfluchten Bande von Hermelinen, Frettchen, Wieseln und Ratten uns den Diamanten zum Regenerzeugen gestohlen haben“, erklärte der Frosch.

Slagar und Cluny waren nämlich zwei Tiere, denen man besser aus dem Weg ging. Slagar war ein Fuchs und Cluny eine Schiffsratte.

„Na dann hol ich den Diamanten eben zurück“, sagte Peter entschlossen.

„Das geht nicht so leicht“, warnte ihn der Frosch.

„Und was soll ich dann machen?“, fragte Peter enttäuscht.

Da raschelte es im Gebüsch und heraus kam ein Heer Hermeline, Frettchen, Wieseln und Ratten. Angeführt wurden sie von einem Fuchs und einer Schiffsratte.

„Lauf!“, rief der Frosch Peter zu.

Beide begannen um ihr Leben zu laufen.

„Wo laufen wir eigentlich hin?“, fragte Peter.

„In die Abtei von Redwall“, antwortete der Frosch.

Als sie in der Abtei angekommen waren, sah Peter das Schwert von Martin dem Krieger. Er bekam einen Wutanfall, packte das Schwert und lief auf Slagar und Cluny zu.

Sie wichen erschrocken zur Seite und Peter lief zwischen ihnen hindurch, auf einen Sockel mit Tragegriffen zu. Auf diesem Sockel lag der Diamant oben. Zwei Frettchen und zwei Wiesel trugen den Sockel. Sie nahmen aber Reißaus. Peter schnappte den Diamanten und lief damit zur Abtei zurück.

In der Abtei wurde er mit lautem Jubelruf empfangen. Als Abt Mordalfus wieder den Diamanten besaß, kam er an einen für ihn angeordneten Platz und sofort begann es auf der Erde wie aus Eimern zu schütten. Peter war der Held der Stunde. Aber bald darauf folgte der Abschied, denn Peter musste zurück auf die Erde.

„Auf Wiedersehen, Abteibewohner und danke für alles!“, rief Peter ihnen zu, als er zur Himmelsleiter ging.

Dort kletterte er wieder hinunter, ging dann so leise wie möglich in sein Zimmer und legte sich ins Bett. Am Morgen war er todmüde.

Das kommt davon, wenn man die ganze Nacht wegbleibt.  

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