Die schreckliche Wahrheit: Teil 1

Diese Geschichte habe ich zusammen mit meiner Freundin Marlene geschrieben. Wir machten bei einem Projekt über Kindersoldaten in Sierra Leone mit. Dies ist der erste Entwurf der Geschichte, die dann zu einem Wettbewerb kam. Wir waren 13, als wir die Geschichte schrieben.

Provence, Frankreich, France, Vaison
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Ich kann mich noch gut zurück erinnern.

Vor nicht allzu langer Zeit sind sie gekommen, um meine Freundin zu holen. Sie wurde in ein Lager gebracht.

Ich habe sie zwei Wochen lang nicht gesehen.

Sie will nicht darüber sprechen, aber ich glaube, ich weiß, was passiert ist. Sie wird im Lager von den Soldaten missbraucht worden sein oder so ähnlich.

Sie wurde erst vor kurzem wieder zurück gebracht, und ist ganz verschlossen geworden. Sie denkt, dass ich auch geholt werde und will mich beschützen.

Ich selbst habe, ehrlich gesagt, auch Angst, geholt zu werden. Es wäre schrecklich.

Meine Ängste wachsen Nacht um Nacht. Manchmal verkrieche ich mich unter der Decke und gehe nicht zur Schule.

Meistens bin ich in meinem Geheimversteck, das wirklich niemand, außer mir, kennt. Es ist schrecklich, so zu leben.

Mir tut meine Freundin wirklich Leid. Gestern kamen Soldaten vorbei.

Sie haben die Nachbarsmädchen geholt. Ihre Mutter hat bitterlich geweint. Sie haben gesagt, dass sie in zwei Wochen wieder zurückkommen.

Die Mädchen werden dann wieder bei ihrer Mutter sein und ich werde vielleicht geholt. Jetzt verstecke ich mich Tag und Nacht und träume von schrecklichen Männern, die sich über mich hermachen.

Meine Mutter ist tief bekümmert und weint gelegentlich. Morgen ist der letzte Tag. Dann werde ich es wissen.

Doch ich bin mir jetzt ziemlich sicher, dass sie mich holen. Ich bete nur für meine kleine Schwester, dass sie nicht geholt wird. Sie ist doch erst sechs.

Ich höre jetzt Pferdegetrappel.

Sie kommen.

Sie packen mich und schleifen mich hinfort.

Ich sehe das Lager und beginne zu weinen.

 

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